Fakten-Check

Leserbrief aus der Walsroder Zeitung vom 16. November 2019

„Falsche Sicht oder falsch informiert?“

In dem Leserbrief „Hat man sich die Konsequenzen überlegt?“ in der Walsroder Zeitung (WZ) vom 9. November äußert ein Leser (im Folgenden L) seine Meinung zum Projekt Neue Mitte. Die dort gemachten Aussagenwerden nachfolgend einem
Faktencheck (im Folgenden F) unterzogen.
(L) „Ich gehöre zu den Gegnern des geplanten Supermarktes mit 3774  Quadratmetern. In der WZ vom 20. Oktober 2015 war von einer Verkaufsfläche von etwa 1500 Quadratmetern die Rede. Damals noch im Kaufhaus Leiditz. Das hätte der Edeka also schon gereicht. Und das im ersten Stock“. (F) Hier werden offensichtlich Äpfel mit Birnen verglichen, nämlich der gesamte Flächenbedarf (also der  Bruttoflächenbedarf mit den Verkaufsflächen aller vorgesehenen Ladeneinheiten inklusive Vorkassenzone, Lager, WC, sonstigem Raumbedarf) mit der reinen  Verkaufsfläche des Supermarktes. Abgesehen einmal davon, dass keine der jetzt durch erste Skizzen im Raum stehenden Flächenangaben in Stein gemeißelt sind. Und überhaupt: 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche im ersten Stock des Leiditzgebäudes? Wie sollte das gehen?
(L) „Zum unmittelbaren Vergleich: Rewe an
der Soltauer Straße hat 1700 Quadratmeter.“ (F) Der angesprochene Markt verfügt inklusive Getränkemarkt (den muss man aus Vergleichsgründen dazuzählen) über deutlich mehr Fläche.
(L) „Wie lange würde wohl Edeka in Dorfmark erhalten bleiben?“ (F) Eine gezielt negative Fragestellung zur Stimmungsmache. Die Edeka selbst wird hierüber schon intensiv nachgedacht haben, und zwar mit einem positiven Ergebnis. Außerdem: Zu Zeiten des Fallingbosteler Edeka-Marktes bestand durchgängig auch schon der  Dorfmarker Edeka, ohne darunter zu leiden. Warum glaubt L, dass Edeka eine zu große (also unwirtschaftliche) Investition planen sollte? Um sich selbst zu schaden?
(L) „Die Folge wäre Schließung von Bäckerei und Cafés (Anmerkung: Mehrzahl!) in der Vogteistraße.“ (F) Welche Bäckerei und wie viele Cafés?
(L:) „Wir brauchen nun wirklich keine neuen Geschäfte. Die würden den Leerstand doch nur noch weiter vergrößern.“ (F) Das sehen viele Fallingbosteler Geschäftsleute offenbar genau gegenteilig. Warum sonst hat sich denn die Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Verkehr Bad Fallingbostel hinter die Initiative Pro Neue Mitte gestellt und tritt damit ebenfalls klar für das NEIN ein?
(L) „Und unser Kurhaus ist nun wirklich ein großartiger Mittelpunkt mitten im Herzen der Stadt. Wenn sich etwas zu erhalten lohnt, dann dieses kulturelle Zentrum.“ (F) Im Kurhaus fanden im Jahr 2018 durch die Kulturveranstalter „Kulturverein TriBuehne.“ und den Kulturring Fallingbostel zusammen keine drei Veranstaltungen statt. Im Ratssaal und im Ratssaalfoyer dagegen über 20. Und einige der TriBuehne-Veranstaltungen der aktuellen Saison finden auch nur deshalb im Kurhaus statt, weil die Walsroder Stadthalle gerade grundsaniert wird und deshalb geschlossen ist. Natürlich ist mir nicht bekannt, ob der Leserbriefschreiber einfach nur einer falschen persönlichen Sicht der Dinge unterliegt oder falsch informiert wurde. Das ist schlussendlich auch egal. Vielleicht hilft ihm ja dieser Faktencheck, sein „Ja“ zu überdenken. Nein. So geht das nicht.
Werner Schoppan,
Bad Fallingbostel